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SC-LIPIDMONOLAYER

Untersuchung des Einflusses von dermalen Stoffen auf Stratum-corneum-Lipidmonolayer zur Entwicklung optimierter Vehikelsysteme für Problemarzneistoffe

Dermatika gehören in Deutschland zu den verordnungsstärksten Arzneimitteln. Am häufigsten werden Corticosteroide verordnet. Auf diese Gruppe entfällt fast die Hälfte der verordneten Tagesdosen aller Dermatika. Die Anwendung erfolgt bei einer Vielzahl von Hauterkrankungen wie z. B. atopischer Dermatitis und Psoriasis. Corticosteroide können keine Krankheiten heilen, sie unterdrücken lediglich die Symptome. Eine zu lange Anwendung oder die Wahl der falschen Wirkstärke rufen unerwünschte Wirkungen hervor.

Aufgrund des Fehlens potenter Wirkstoffe für eine mittel- bis langfristige Anwendung bestehen seit längeren Bestrebungen zur Überführung von hochwirksamen, immunsuppressiven Systemarzneistoffen in die topische Therapie. Dieser Applikationsweg ist jedoch nicht für alle Arzneistoffe problemlos umsetzbar, da die Barriereschicht der Haut, dass sog. Straum corneum (SC), ein Eindringen dieser Stoffe verhindert. Vor allem die derzeit verfügbaren, konventionellen Arzneistoffträgersysteme wie z.B. Salben oder Cremes sind bisher nur sehr eingeschränkt in der Lage, relevante Wirkstoffe in einer effektiven Konzentration gezielt in entsprechende Hautschichten zu transportieren. Grund hierfür sind die nicht optimalen physikochemischen Eigenschaften dieser sog. dermatopharmazeutischen Problemarzneistoffe. Dazu gehören z. B. Stoffe die ein sehr hohes Molekulargewicht besitzen bzw. sehr stark hydrophil (sehr stark wasserlöslich) oder lipophil (sehr stark fettlöslich) sind. Des Weiteren ist zu berücksichtigen, dass bei chronisch entzündlichen Hauterkrankungen wie der Psoriasis eine Barrierestörung vorliegt. So behindern die erkrankungsbedingte Verdickung der Hornschicht sowie ein struktureller Umbau im Gewebe die Wirkstoffpenetration zusätzlich, wodurch die Bioverfügbarkeit des Wirkstoffs im Zielgewebe massiv herabgesetzt wird.

Die Entwicklung neuartiger Trägersysteme für dermatopharmazeutische Problemarzneistoffe setzt molekulare Kenntnisse über die Interkation des Stratum corneum mit den Bestandteilen des Trägersystems voraus. Im Fokus der Forschungsarbeit stehen Untersuchungen zur reversiblen Beeinflussung der molekularen Ordnungsstruktur von SC-Lipiden durch Penetrationsenhancer sowie deren Integration und Interaktion mit ausgewählten Hilfs- und Wirkstoffen neuartigen Trägersystemen.

Das Vorhaben wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert.